Der Öffentliche Raum im Stresstest
Hannah Arendt schrieb 1958 über den öffentlichen Raum als einen Ort, an dem Menschen nicht nur zusammenkommen, sondern ihr individuelles Potenzial entfalten: in der Pluralität der Perspektiven, im Austausch, im gemeinsamen Handeln. Ihre Inspiration fand sie in der griechischen Polis, jenem Ort, der zugleich Markt, Forum und Bühne des menschlichen Miteinanders war. Diese Idee ist heute so aktuell wie damals, sogar dringlicher. Denn der öffentliche Raum unserer Städte steht unter Druck: wachsende Bevölkerung, Klimawandel, soziale Ungleichheit und eine jahrzehntelange Planung, die das Auto über den Menschen stellte. Die Folgen sind spürbar: Isolation statt Begegnung, Segregation statt Zusammenhalt. Wenn wir heute über Design for Democracy sprechen, fragen wir deshalb: Wie gestalten wir Räume, die wirklich allen gehören? Räume, die Gesundheit fördern, Bewegung ermöglichen, Hitzestress vermeiden und soziale Bindungen stärken? Räume, in denen Demokratie nicht nur gedacht, sondern gelebt wird? Und: Welche Werkzeuge helfen uns, die Potenziale öffentlicher Räume zu verstehen und sie dahingehend zu transformieren?
Der Öffentliche Raum im Stresstest
11.6. 19.00 Uhr / Deutsches Architekturmuseum (DAM)
Deutsches Architekturmuseum (DAM)
Sachsenhausen, Schaumainkai 43
U1–3/8 Schweizer Platz; Linie 15/16 Schweizer-/Gartenstraße