© Joanna C. Schroeder
Alice Hasters
Ob in Talkshows, bei Bundestagsdebatten, auf Schulhöfen oder beim Abendessen: Überall wird über Opfer gesprochen, und es scheint, als gäbe es sie überall. Doch heute sind damit nicht mehr zwangsläufig Menschen gemeint, denen Unrecht widerfahren ist, sondern oft jene, die als verweichlicht gelten. In ihrem neuen Buch „Anti Opfer“ fragt Alice Hasters, was in einer Gesellschaft passiert, in der Sensibilität als Schwäche gilt, während das „Recht des Stärkeren“ als authentisch und unproblematisch erscheint. Sie beschreibt einen kulturellen Wandel, der nicht zufällig mit dem Aufschwung autoritärer Denkweisen einhergeht. Doch auch solche Systeme benötigen inszenierte Opfer, um eine Politik der Härte zu legitimieren. Mit analytischer Schärfe und klarer Haltung zeigt Hasters die Folgen dieser Entwicklung auf und setzt ihnen die politische Kraft der Verbundenheit entgegen.
Alice Hasters
11.11. 20.00 Uhr / Centralstation
Centralstation
Darmstadt, Mitte, Im Carree
Luisenplatz: Straßenbahnlinien: 1, 2, 3, 4, 9 , Buslinien: F, FN, H, K, RH